Stellungnahme zur fan.tastic females Choreographie

10. April 2019

Fußball verbindet Menschen jeden Alters, Geschlechtes und wirtschaftlichen Standes. Unsere Kurve und unsere Gruppe ist ein Abbild unserer Gesellschaft. Der kleinste gemeinsame Nenner ist die bedingungslose Hingabe für unseren Verein.

Choreographien sollten daher aus gegenseitigem Respekt ausschließlich der Unterstützung der eigenen Mannschaft, des Vereins oder der Inszenierung der eigenen Kurve dienen und abgesehen von Fußball betreffenden Fragen keinerlei politische Message enthalten.

Wir stehen für eine freie Kurve, in der jeder Einzelne seine eigene Meinung, Gesinnung und Einstellung haben kann, sind jedoch dagegen einer ganzen Kurve eine politische Meinung aufzudrängen.

Daher wurde die Choreographie von uns akzeptiert, aber nicht unterstützt. Dies bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass wir gegen Frauen beim Fußball, in unserer Kurve oder im Umfeld unserer Gruppe sind, oder geschlechtliche Gleichstellung nicht befürworten.

Die Initiatoren der fantastic.females Ausstellung in Freiburg haben wiederholt betont, es ginge ihnen nicht um eine Feminismus/Sexismus Debatte, sondern darum das Fan-Sein als Frau sichtbar zu machen. Hierzu wäre die mehrtägige fan.tastic females Ausstellung vollkommen ausreichend gewesen, da man sich dort abseits eines Spieltags konstruktiv mit dieser Thematik auseinandersetzen konnte.

Unverantwortliche und gefährliche Polizeiaktion – die aktive Fanszene fordert Überprüfung der Maßnahme

4. Februar 2019

Beim gestrigen Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart wurden über 1.500 Freiburg Fans vor dem
Anpfiff von der Polizei in einem engen Korridor festgehalten. Dabei wurden eine Massenpanik
und Verletzte billigend in Kauf genommen, wenn nicht sogar provoziert. Nur durch
besonnenes Verhalten der Fans konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Fans verpassten
durch die unbegründete Polizeimaßnahme die ersten 30 Minuten des Spiels.

Entgegen der Medienberichte durch den SWR verzögerte sich beim gestrigen Auswärtsspiel beim
VFB Stuttgart nicht der Einlass selbst, vielmehr wurden über 1.500 Freiburg Fans durch eine
Polizeisperre im Eingangskorridor zum Gästeblock festgesetzt. Die Polizeisperre befand sich am
Ende des ca. 100 Meter langen und 6 Meter breiten Korridors, der durch hohe Zäune inklusive
Sichtschutz begrenzt ist und keine Fluchtwege bietet. Damit erzeugte die Polizei eine enorme
Gefahrensituation, die im Falle einer Massenpanik nicht mehr kontrollierbar gewesen wäre. Lediglich
die unmittelbar an der Polizeisperre stehenden Personen wurden über die Gründe der Polizeisperre
informiert: die Notwendigkeit zusätzlich zur gängigen Kontrolle am Stadioneinlass einzelne Fans aus
der aktiven Fanszene gesondert zu kontrollieren. Einzelne Polizisten begründeten die Maßnahme
gegenüber aufgebrachten Fans damit, dass nach der Ankunft des Fanzugs drei Fans Pyrotechnik
gezündet hatten, die aber bereits festgenommen worden sind. Dass vermummte Polizisten
zusätzliche Einlasskontrollen durchführen möchten, ist ein Novum für Freiburg-Fans. Solche
Maßnahmen schränken Freiheitsrechte ein, stellen Fans unter Generalverdacht und untergraben die
Autorität der Vereine als Veranstalter. Daher wurden die Kontrollen von der aktiven Fanszene
abgelehnt. Diese konnte sich dann aber nicht ohne weiteres entfernen, weil immer mehr Menschen
von hinten in den Korridor strömten und die Polizei sie anwies, sich nicht aus der Situation zu
entfernen. Währenddessen begann die Polizei einzelne Fans zu kontrollieren. Dabei wurde
festgestellt, dass durch die geringe Anzahl an Einsatzkräften lediglich zwei Fans zugleich durch die
Polizei kontrolliert werden konnten und eine Kontrolle mehrere Minuten pro Person andauerte. ​ Ein
reibungsloser Ablauf der von der Polizei forcierten Maßnahmen war daher zu keinem Zeitpunkt
gewährleistet.
Aufgrund der fortschreitenden Zeit wurden die Fans immer nervöser und begannen von hinten Druck
auszuüben. Zu diesem Zeitpunkt war es den eingekesselten Fans nicht mehr möglich, die Situation
zu verlassen. Die wiederkehrende Aufforderung an die Polizei, die Menschenmenge über die
Maßnahme zu informieren und sie zu beruhigen, wurde durch die Polizei ignoriert. Da keine
polizeiliche Einsatzleitung vor Ort war, gestaltete sich die Kommunikation äußerst schwierig. Es
wurde dann über die eigenen Fan-Megafone versucht, die Freiburg Fans zu informieren. Mitten in der
eingekesselten Menschenmenge brach während der Sperre ein Mann zusammen, der durch das
besonnene Verhalten der Freiburg Fans dem Sanitätsdienst übergeben werden konnte. Einzelne
Fans brachen aufgrund der Drucksituation, die nicht verlassen werden konnte, emotional zusammen.
Die Polizeisperre wurde dann kurz vor Anpfiff des Spiels aufgelöst, ohne dass eine Kontrolle oder
ähnliches durchgeführt wurde. ​ Warum die Polizeisperre aufgelöst wurde, ist uns nach wie vor nicht
bekannt. Die unmittelbare Auflösung der Polizeisperre in Verbindung mit dem nahenden Anpfiff des
Spiels führte dann dazu, dass sich erneut eine Drucksituation am eigentlichen Stadioneinlass
aufbaute. Die Ordner versuchten durch zügige Kontrollen die Situation zu entspannen, was jedoch
erst gelang, als die Drehkreuze geöffnet wurden.
Zusätzlich festzuhalten bleibt, dass die Polizei etwa zur Ankunftszeit der zugreisenden Freiburg-Fans
bereits am Gästeblock eine anlasslose Personenkontrollen aller Mitfahrer eines Freiburger-Fanbus
durchführte. Dieser wurde zudem durch Polizeibeamte sowie Hunde durchsucht. Gerade mit Hinblick
auf diese Maßnahmen ist es fraglich, inwieweit der unverhältnismäßige Polizeieinsatz gegenüber
allen Freiburg-Fans nicht schon lange im Vorhinein geplant war und das Abbrennen von Pyrotechnik
einzelner als willkommene Rechtfertigung von selbigen gegenüber dem SWR genannt wurde.Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Über 1.500 Fans wurden über eine Stunde in eine
Gefahrensituation gebracht und verpassten die ersten 30 Minuten des Spiels. Zum Zeitpunkt
der Öffnung der Polizeisperre war die Situation kurz davor völlig außer Kontrolle zu geraten.
Nur durch das besonnene Verhalten einiger Fans konnte eine Massenpanik verhindert werden.
Wir verurteilen diese polizeiliche Maßnahme aufs Schärfste und fordern eine unabhängige
Überprüfung dieser Maßnahme sowie eine Stellungnahme des VfB Stuttgarts als gastgebender
Verein.

Freiburg, 04.02.2019
Corrillo Ultras, Immmer Wieder Freiburg, Natural Born Ultras, Supporters Crew Freiburg, Synthesia
Ultras

Achtungserfolge

1. Februar 2019

Als Achtungserfolg bezeichnet man gemeinhin einen kleineren Sieg, der im Gesamtzusammenhang keine größere Bedeutung hat. Damit lässt sich auch die aktuelle Situation der Fanszenen Deutschlands ganz treffend beschreiben. In der DFL-Versammlung wurde der Erhalt von 50+1 beschlossen und durch deutlich sichtbare Proteste in den Stadien scheint sich das Problem der Montagsspiele in der 1. und. 2. Bundesliga mit der nächsten TV-Rechtevergabe zu erledigen.

Trotz klarer Entscheidung zur Beibehaltung der 50+1-Regel, ist sie nach wie vor Angriffen ausgesetzt und auch der Weg von der Abschaffung der Montagsspiele hin zu generell fanfreundlichen Anstoßzeiten ist noch weit. Genau der richtige Zeitpunkt, nochmals an unsere Positionen zu erinnern:

Anstoßzeiten
• Montagsspiele müssen in allen Ligen abgeschafft werden. Keine englischen Wochen mehr. Freitags und im DFB-Pokal nicht vor 19.30 Uhr, am Wochenende nicht vor 14 Uhr, sonntags nicht nach 15.30 Uhr und Einhaltung der 300-km Klausel für Randspieltage.

50+1
• 50+1 faktisch und dem Sinn nach erhalten, keine Aufweichung, keine weiteren Ausnahmen. Die klare Position zu 50+1 ist von den Vereinen auch gegenüber dem Kartellamt zu vertreten.

Stadionverbote
• Verzicht auf das „Breitbandantibiotikum” Stadionverbote. Vereine und Verbände maßen sich hier Zuständigkeiten weit über ihren Hausrechtsbereich hinaus an. Ein Stadionverbot ist eine Strafe ohne offenen Rechtsweg.

Sportgerichtsbarkeit
• Abkehr von der sogenannten Sportgerichtsbarkeit. Transparenz und Vergleichbarkeit der Strafen sind in der momentanen Praxis nicht ansatzweise gegeben.

Fanmaterialien
• Freigabe aller Fanmaterialien in allen deutschen Ligen. Verbote schaffen sinnloses Konfliktpotential.

Videobeweis
• Abschaffung des Videobeweises. Emotionen unter Vorbehalt entwerten das Stadionerlebnis.

Transparenz
• Des Weiteren müssen DFB, DFL und Vereine endlich offen, zeitnah und verbindlich zu fanrelevanten Themen kommunizieren. Beispielsweise muss das Abstimmungsverhalten bei Verbandssitzungen den Vereinsmitgliedern transparent gemacht werden. Ebenso wie anstehende Themen und Entscheidungen, nur so ist echte Meinungsbildung innerhalb der Vereine möglich.

Es hat gerade erst begonnen!
Die Fanszenen Deutschlands im Januar 2019

SCF – Mainz

10. Januar 2019

Bundesliga / Dreisamstadion / 1:3

 

München – SCF

9. November 2018

Bundesliga / Allianz-Arena / 1:1

Kiel – SCF

2. November 2018

DFB-Pokal / Holstein-Stadion / 2:1

SCF – Gladbach

2. November 2018

Bundesliga / Dreisamstadion / 3:1

Berlin – SCF

2. November 2018

Bundesliga / Olympiastadion / 0:0

Augsburg – SCF

2. November 2018

Bundesliga / WWK-Arena / 4:1

SCF – Schalke

27. September 2018

Bundesliga / Dreisamstadion / 1:0

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