22.10.2011 Kaiserslautern – SC Freiburg

22. Oktober 2011

Schockierenderweise kam diese Saison Pyrotechnik auf dem Betzenberg im Freiburger Gästeblock zum Einsatz. Dass dies die absolute Ausnahme in Kaiserslautern bei Freiburger Gastspielen darstellt, belegen auch die folgenden  Bilder aus vergangenen Spielzeiten:

Saison 98/99

Saison 04/05

Saison 10/11

Saison 10/11

Da war natürlich sofort klar, dass der hiesige Security-Dienst und auch die Polizei das so nicht auf sich sitzen lassen können und dieses Jahr mal richtig durchgreifen müssen. Wehret den Anfängen. Und es ist ja bekannt, dass jeder der Pyrotechnik abbrennt oder dies etwa gutheißt auch automatisch ein potentieller Gewalttäter ist. Das dachten sich auch die Securities und die Polizei und freuten sich wohl schon auf einen heißen Tanz nach Abpfiff (früher wurden etwaige Zündler unspektakulär von Szenekundigen Beamten aus der Menge gefischt, aber das wäre halt schon langweilig gewesen…).
Das rabiate und gewalttätige Auftreten der Polizei hat sogar die Badische Zeitung irritiert, denn hier heißt es, dass sich Ultras vermummt hätten. Merkwürdig, denn die einzig vermummten Gestalten nach Spielende befanden sich ausschließlich in den Reihen der eingesetzten Polizeieinheit. Aber da wir Ultras und die Polizei sich in nichts nachstehen was gewalttätiges Auftreten angeht, kann es schon mal zu solchen Verwechslungen kommen. Etwas besser üben sollten die Herren Beamte ihre Einsätze dann aber schon noch, insbesondere was die Freund/Feind-Erkennung anbelangt, nicht dass wieder den eigenen Leuten Pfeffer ins Gesicht gesprüht wird bzw. diese geschlagen werden. Vielleicht gibt es dann beim nächsten Mal auch einen lupenreinen zu Null Sieg. Vier verletzte Polizeibeamte sind nun auch nicht gerade wenig. Immerhin gelang es, einem Freiburger Fan vier Zähne auszuschlagen; quasi ausgleichende Gerechtigkeit.

Später am Bahnhof konnten die Ultras dann aber doch noch ihre hässliche Fratze der Gewalt zeigen und auch mal austeilen, in dem Flaschen und Bierbecher auf Polizeibeamte geworfen wurden.
Hierzu wollen wir ein (leider verpixeltes) Bild (unmittelbar vor dem Polizeieinsatz) einwerfen:

Dabei fallen uns nämlich gleich mehrere Dinge auf:

  • Zuerst einmal Respekt an die Becherwerfer von oben (diese kamen laut Polizeiaussage uns gegenüber nämlich ausschließlich von oben, d.h. oberhalb der Unterführung): Das muss viele Stunden hartes Training gekostet haben einen Becher mit so einem eleganten Drall werfen zu können, dass dieser von oben die Polizisten unterhalb der Unterführung treffen kann.

  • Dann an die Leute die unten in der Nähe der Polizeibeamten standen und niedergeknüppelt und mit Pfefferspray eingedeckt wurden (dieses Detail wurde in der BZ nicht erwähnt, ist aber auch eher unwichtig):
    Tja liebe Freunde, Pech gehabt, da wart ihr zur falschen Zeit am falschen Ort. Es sollte doch ganz logisch sein, dass nicht die Becherwerfer von weiter oben „bestraft“ werden, sondern der Einfachheit halber die gerade umstehenden Fans angegangen werden. Es trifft ohnehin immer die Richtigen – so werden sich das wahrscheinlich zumindest die anwesenden Beamten gedacht haben.

  • Abschließend, auch wenn es anmaßend klingen mag, wollen wir hier doch noch die Polizeidarstellung insgesamt etwas hinterfragen:
    Könnte es letztlich vielleicht sogar sein, dass zuerst die Polizeibeamten (warum nun genau, wird deren Geheimnis bleiben) auf die unten stehenden Fans losgingen und erst dann vereinzelt von oben – quasi im Affekt – Plastikbecher (von Flaschen ist uns übrigens nichts bekannt) heruntergeschmissen wurden? Das würde zum Beispiel erklären, warum nur untenstehende Fans von der Polizei traktiert wurden. Es würde auch erklären, warum es keinerlei Festnahmen gab, obwohl hier wieder an die 20 Freiburger verletzt wurden und doch angeblich zuerst Becher geschmissen wurden, was laut Polizeiaussage der eigentliche Auslöser für deren Einschreiten war.
    Von Polizeibeamten einer anderen Einheit die bereits am Zug warteten, stieß der beschriebene Einsatz seitens der Kollegen übrigens auf Unverständnis; so konnte man das zumindest von dem ein oder anderen vernehmen. Aber wahrscheinlich haben wir uns das auch nur eingebildet, da war der Wunsch der Vater des Gedankens.