Das war 2011 – Ultrabrutale Krawalle, Gewalt & Pyro

28. Dezember 2011

Zeit zum Jahresende einen Rückblick auf das bald verflossene Jahr 2011 zu werfen. Sportliche Rückblicke überlassen wir dabei Anderen, viel Positives gibt es ohnehin nicht, vielleicht, oder sogar gerade deswegen, liegt momentan der mediale Fokus stark auf der mittlerweile gemein gefährlichen Ultraszene Freiburg, die immer für Ausschreitungen zu haben ist. Unlängst hat dies auch die Freiburger Polizei – insbesondere ist hier Herr Winterer für seine höchst kompetenten und differenzierten Sichtweisen hervorzuheben – erkannt. So sollen nun alle Jugendlichen vor den Ultras geschützt werden (siehe http://www.badische-zeitung.de/freiburg/sc-freiburg-polizei-greift-gegen-kinder-und-jugendliche-in-den-reihen-der-ultras-durch–53605575.html). Es ist gemeinhin bekannt, dass die Ultrabewegung keine subkulturelle Jugendbewegung darstellt, sondern ausschließlich aus erwachsenen gestandenen Männern besteht. Deswegen wird dies bestimmt funktionieren, denn gerade Jugendliche sind absolut nicht empfänglich für verbotene, gefährlich anmutende, Dinge. Immerhin erwägt jetzt auch der Sportclub einen eigenen Juniorenclub einzuführen, um diesen Problemen entgegen zu treten. Hierzu wünschen wir natürlich viel Glück und Erfolg. Als Name empfehlen wir anstatt Füchsleclub den Namen Fuchsclub, um zu verdeutlichen dass hier eher die etwas älteren Jugendlichen angesprochen werden sollen. Oder vielleicht auch doch wieder Treff 08/15. Das sind alles klangvolle und ansprechende Namen, die höchstwahrscheinlich bei vielen Jugendlichen ziehen werden.
Schön ist hier auch, dass man laut Herrn Romeiko mit den „Verantwortlichen der Ultras sprechen will und nicht über sie“. Ob das auch Herrn Raschke bewusst war, als er unvermittelt seine Statements zu den Vorfällen in Kaiserslautern dieses Jahr in der Badischen Zeitung kund tat?

Positiv ist hierbei zu erwähnen, dass der andere Fandachverband in Freiburg, die Fangemeinschaft,  sich Ende 2011 mit einem offenen Brief zu Wort gemeldet hat. Hier wurden deutliche Worte gesprochen und ebenfalls wurden “deutliche Abgrenzungen zur Ultraszene gefunden: ‘Die überwiegende Mehrheit der Freiburger Anhänger ist weder aggressiv noch gewaltbereit.'”. Insbesondere der Umstand, dass die mediale Welt quasi nur die Ultraszene und nicht die Fangemeinschaft wahrnimmt, scheint ein Ärgernis zu sein. Wirklich nachvollziehen können wir das auch nicht, so leistet die, mit über 2000 Mitgliedern besetzte, Fangemeinschaft doch schon seit Jahren eine ausgezeichnete Fanarbeit und war sich auch nie zu schade sich in brenzlige Situationen einzumischen oder sich kontrovers zu den verschiedensten Themen einzubringen. Dass, wie im Brief gefordert, alle Fans wieder „auf den Weg der Kommunikation zurückkehren“ können wir nur unterschreiben. Dass dies nicht nur hohle Phrasen sind, zeigte die Fangemeinschaft eindrucksvoll, als sie mit einer stattlichen Anzahl an Mitgliedern am kürzlich, von der Supporters Crew Freiburg organisierten, Fandialog-Abend  teilnahm.

Besonders das Thema Pyrotechnik hat uns 2011 alle beschäftigt. Verwunderlich ist dies nicht, denn laut Aussage der Polizei zünden Freiburger Ultras bei jedem Auswärtsspiel Pyrotechnik, was übrigens verboten sei. Geld spielt bei uns bekanntermaßen zwar keine Rolle, aber dennoch müssen wir uns für 2012 etwas überlegen, denn langsam aber sicher gehen unsere Pyro-Vorräte zur Neige, und Pyro ist nun auch nicht gerade billig. Vielleicht könnten wir ja Spendenboxen für den Einkauf pyrotechnischer Gegenstände im Dreisamstadion aufstellen.
Aber zurück zum Thema: Die einen lieben Pyrotechnik, die anderen verteufeln es. Daher verzichten wir darauf, uns inhaltlich zu diesem polarisierenden Thema zu äußern. Bis jetzt dachten wir ja auch immer, dass es sich beim Abbrennen von Pyrotechnik eher um ein vergleichbar harmloses Delikt handelt, aber Polizeioberrat Winterer konnte uns eines Besseren belehren: „Beleidigungen, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Betrunkene, ein Diebstahl von Fanutensilien des Gegners oder das Anspucken eines Polizisten rücken an einem solchen Tag schnell in den Hintergrund“. So liest sich das im Südkurier in Bezug auf die Pyroshow (uns wäre eine Wunderkerzen-Show auch lieber gewesen, aber die wurde leider seitens der Polizei im Vorfeld verboten) der Dortmunder im heimischen Stadion (siehe http://www.suedkurier.de/sport/sport_sk/sport/Ploetzlich-brennen-die-Pyros;art410965,5289453 ganz unten). Hätten wir das nur mal früher gewusst!

2011 war auch das Jahr des Dialoges, so gab es diverse runde Tische zwischen Vereinsvertretern und diversen Vertretern der Fanszene.
Letztens gab es sogar ein Treffen zwischen Vereinsvertretern, Vertretern der Supporters Crew Freiburg und der Polizei. Allerdings fand dieses Treffen nicht mit Vertretern der Ultraszene statt, wie fälschlicherweise im Südkurier behauptet (siehe http://www.suedkurier.de/sport/sport_sk/sport/-Die-Eltern-fallen-meist-aus-allen-Wolken;art410965,5287595). Dass wir uns nicht (mehr) mit der Polizei an einen Tisch setzen, liegt nicht etwa an den in der Öffentlichkeit getätigten Aussagen über die Ultraszene, denn schließlich geht es der Polizei „grundsätzlich nicht darum Stimmung gegen die Ultras zu machen“. Es liegt ebenso wenig daran, dass die Maßnahmen der Polizei bereits vor einem solchen konstruktiven Meinungsaustausch beschlossene Sache wären und  man sogar in den Zeitungen bereits einen Tag nach solch einem Gespräch von dessen Inhalten und den daraus abzuleitenden Maßnahmen lesen könnte. Nein, wir haben einfach nur keinen Bock auf Dialog.
Aber zurück zu den runden Tischen und hier beispielhaft dem Umgang des SC Freiburg mit den Vorfällen nach dem Kaiserslautern-Spiel. Wir waren heilfroh, dass diese Vorfälle sehr sachlich vom Verein diskutiert wurden, und nicht sofort die globale Verbotskeule geschwungen wurde. Ebenso war es sehr angenehm, dass nicht alle deutschlandweiten Vorfälle mit Gewalt und Pyrotechnik in einen Topf geworfen und pauschalisierend auf die Vorfälle in Kaiserslautern übertragen wurden. Dies wäre jedoch nur zu verständlich gewesen, denn Schuld an den Tumulten in Kaiserslautern konnten ja ohnehin nur die gewaltgeilen Ultras sein, die Möglichkeit dass sowohl der Security-Dienst als auch die Polizei die Eskalation herbeiführten, zählt hier nicht. Dass es auch anders gehen kann, zeigte der FC Nürnberg (http://www.fcn.de/news/artikel/zu-sachlichkeit-zurueckkehren/) und auch Wacker Burghausen mit seinem offenen Brief an den DFB (http://www.ultras-freiburg.de/wacker/offener_brief.htm) bei vergleichbaren Vorfällen. Bleibt zu hoffen, dass unser geliebter Verein sich niemals ein Beispiel an dem Verhalten dieser Vereine nehmen wird. Wir wollen ja schließlich auch in Zukunft sachlich miteinander umgehen.

An dieser Stelle wollen wir abschließend der Badischen Zeitung noch gratulieren, welche auch 2011 wieder einmal aufs Neue mit einer höchst seriösen und differenzierten Berichterstattung glänzen konnte. Hier wird Journalismus noch gelebt, man ist immer mitten drin statt nur dabei, und selbstverständlich werden hier nicht einfach Polizeiaussagen 1:1 abgedruckt, sondern tiefgehend investigativ gearbeitet. Ebenso konnten wir völlig neue Dinge über unsere Fanszene lernen, so gibt es mittlerweile z.B. eine dritte Ultra-Gruppe in Freiburg, nämlich die National Born Ultras. Dass es sich laut einem BZ-Redakteur lediglich um einen Tippfehler handelte und eigentlich die Natural Born Ultras Freiburg gemeint waren, zweifeln wir stark an. Denn immerhin schrieb auch eine andere regionale Zeitung, der Südkurier, bereits Wochen zuvor über die National Born Ultras. Und dass bei der BZ mit Copy&Paste gearbeitet wird, wollen wir nun wirklich nicht unterstellen.

Widmen wir uns nun aber dem eigentlichen Thema, nämlich dem Rückblick auf das Krawalljahr 2011. Hierzu hat die Polizei jüngst eine Liste erstellt (http://www.badische-zeitung.de/freiburg/sc-freiburg-fankrawalle-liste-der-polizei), welche auch als Begründung für das bereits erwähnte Durchgreifen gegen Kinder und Jugendliche innerhalb der Reihen der Ultras angeführt wird:

>> Hier gehts zum Jahresrückblick 2011 <<

SC Freiburg – Dortmund

17. Dezember 2011

Bundesliga / Dreisamstadion / 1:4 (1:2)

FC Köln – SC Freiburg

11. Dezember 2011

Bundesliga / Müngersdorfstadion / 4:0 (1:0)

Bilderupdate SC Freiburg – Hannover 96

3. Dezember 2011

Bundesliga / Dreisamstadion / 1:1 (0:1)

26.11.2011 TSG 1899 Hoffenheim – SC Freiburg

26. November 2011

Hoffenheimer „Ultras“? Haben wir etwa was verpasst? An dieser einzigen Stelle müssen wir sowohl der BZ als auch der Polizei doch mal entschieden widersprechen: In Hoffenheim gibt es keine Ultras, das ist schon ein Widerspruch in sich. Da dies aber der einzige Recherchefehler der BZ und auch die einzige Falschaussage der Polizei 2011 war, können wir darüber mal getrost hinwegsehen.
Leider müssen wir hier aber zugeben, dass die Pyrotechnik im Gästeblock nicht auf unsere Kappe ging, da wir uns alle in neutralen Blöcken im Bereich der Hoffenheimer aufhielten. Unerklärlich bleibt für uns, wie Pyrotechnik trotz personalisierten Tickets ins Stadion gelangen konnte.
Es stellt sich die Frage wie es eigentlich passieren konnte, dass sogenannte Hoffenheimer „Ultras“ unbehelligt bis zu den ca. 120 Freiburg Fans gelangen konnten, denn eigentlich war klar ersichtlich wo sich beide Gruppen befanden. Hatte da etwa die Polizei gepennt? Wir müssen hier leider auch zugeben, dass es keinen groß angelegten Angriff gab – wie auch, die Leute waren ja relativ verstreut. Dafür machten die Polizeibeamten ihr vorheriges Versagen wieder mehr als wett, indem sie noch minutenlang, nachdem eigentlich längst alles beruhigt war, mit Pfefferspray um sich sprühte und munter den Knüppel schwang.
Dafür haben wir natürlich vollstes Verständnis, denn schließlich diente das alles „zu unserem eigenen Schutz“ (O-Ton des Einsatzleiters). Unsere Freunde und Helfer hatten vielleicht auch auf mehr Gegenwehr seitens der Freiburger Krawall-Fans gehofft, aber irgendwie kam da nix. Sorry an dieser Stelle, wir hatten einfach nur einen schlechten Tag erwischt, daher ging der Punkt mal wieder ganz klar an euch.

Hoffenheim – SC Freiburg

26. November 2011

Bundesliga / Rhein-Neckar-Arena / 1:1 (1:0)

Video auf Youtube von nur-der-scf.de:

YouTube Preview Image

 

19.11.2011 SC Freiburg – Hertha BSC Berlin

19. November 2011

Wie jetzt? Einzelne Ultragruppen oder doch eine große Gruppe? Wie dem auch sei, dass man als Gruppe durch den Stadtteil des Stadions zieht sehen wir mittlerweile auch sehr kritisch, es ist nur eine Frage der Zeit bis es hierbei zu Straftaten kommt. Gruppendynamik und so.

Laufspiele in Freiburg

Durch die ganze Rennerei versäumten wir es diesmal leider massiv Pyrotechnik abzubrennen. Nächstes Mal dann wieder, versprochen!

SC Freiburg – Hertha BSC

19. November 2011

Bundesliga / Dreisamstadion / 2:2 (0:2)

Auswärtskarten Hoffenheim

10. November 2011

Letzte Woche haben wir bekannt gegeben, dass es für uns für das Spiel in Hoffenheim keine Option ist, personalisierte Eintrittskarten zu kaufen. Hierzu gab es auch eine Aktion in Nürnberg, in der wir unseren Standpunkt ausführlicher dargelegt haben. Interne Besprechungen, Rückmeldungen zu unserer Positionierung zu personalisierten Tickets sowie das Mitmachen der SC Fans bei der Spruchband-Aktion haben uns gezeigt, dass viele unsere Meinung teilen. Deshalb haben wir in vielen Gesprächen versucht eine Lösung zu finden, wie wir in Hoffenheim unsere Mannschaft unterstützen können, ohne unseren Standpunkt zu verlassen, also ohne personalisierte Eintrittskarten zu kaufen.

Da der SC Freiburg mittlerweile beschlossen hat, die Sitzplatzkarten im Gästebereich ebenfalls zu personalisieren, sehen wir keine praktikable Lösung, die wir als Empfehlung heraus geben können.

Die einzige Empfehlung die wir geben können, ist folgende:
Macht euch Gedanken zu der aktuellen Situation und geht den für euch machbarsten Weg. Wenn ihr euren Unmut zu dieser Thematik loswerden wollt, schreibt an den SC, zeigt ein Spruchband oder lasst euch etwas Kreatives einfallen.

Wir finden es mehr als schade, dass der SC Freiburg auf diese Weise reagiert hat und so, egal was die Zukunft bringt, eine Kerbe in das Band zwischen dem Verein und seinen Fans geschlagen hat. Gerade in einer Zeit, in der es für den SC Freiburg um den Verbleib in der ersten Bundesliga geht und die Mannschaft die Unterstützung der Fans mehr als nötig hat, hätten wir uns andere Formen als blinden Aktionismus gewünscht.

Natural Born Ultras
Supporters Crew
Freiburg e.V.
Wilde Jungs Freiburg

Zum Nachlesen haben wir hier noch einmal den Fyler angehängt, der bereits beim Nürnberg-Spiel zu unserer Aktion verteilt wurde:
NEIN zu personalisierten Eintrittskarten

Nürnberg – SC Freiburg

6. November 2011

Bundesliga / Max-Morlock-Stadion / 1:2 (1:1)

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